Planung

In direkter Nachbarschaft zu den Entwicklungsstandorten der RWTH Aachen, dem Campus Melaten und dem Campus West, schafft das Studierendenwerk weiteren modernen Wohnraum. In Ergänzung zu den beiden bereits bestehenden Anlagen „KaWo 1“ und „KaWo 2“ soll „KaWo 3“ Wohnplätze für rund 344 Studierende bieten.

Neue Quartiersmitte
Da sich die Zahl der im Kastanienweg wohnenden Studierenden damit insgesamt auf rund 1.200 erhöhen wird, möchte das Studierendenwerk das Umfeld städtebaulich neu ordnen und eine neue Quartiersmitte schaffen. Die Sackgasse und der Wendeplatz des Kastanienwegs werden als moderner Stadtraum gestaltet.

Planungsbeginn
2012 hatte das Studierendenwerk Aachen für das Projekt „KaWo 3“ einen begrenzten, anonymen Architekturwettbewerb ausgelobt. Für die Teilnehmer galt es, verschiedene Kriterien in ihren Entwürfen zu berücksichtigen: Das Gebäude sollte nach den Bedürfnissen ihrer BewohnerInnen geplant werden, sodass sie sich mit ihrer neuen Heimat identifizieren können. Außerdem sollte ihnen die Kontakte untereinander über die Gemeinschaftsbereiche hinaus erleichtert werden. Daneben kommt der Wirtschaftlichkeit eine besondere Bedeutung zu: Da die Fluktuation der BewohnerInnen in Studierendenwohnanlagen ungleich höher als im herkömmlichen Wohnungsbau ist, sollte eine Anlage entstehen, die über eine überdurchschnittliche bauliche Robustheit verfügt. Aufgrund der hohen Bewohnerdichte ist zudem die Beanspruchung der Verkehrsflächen und Eingangsbereiche sehr hoch. Somit war ein weiteres Kriterium, die Gesamtlebenszykluskosten des Neubaus, der Stellplatzbereiche und der neuen Freiräume zu senken. Realisiert werden sollte folglich ein architektonisches Gesamtkonzept, das zwei grundlegende Anforderungen erfüllt: Die neue Wohnanlage soll an die Bedürfnisse der jungen Bewohner angepasst sein, gleichzeitig muss der Aufwand für die Instandhaltung und Reinigung auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Siegerentwurf
Das Wettbewerbsgremium entschied sich zunächst für drei Siegerentwürfe aus insgesamt 26 Architektenteams; im Juni 2013 wurde der Auftrag zur Planung endgültig an den Architekten Marius Puppendahl übergeben. Das Konzept des Preisträgers bot nach Ansicht der Jury für mehrere Aufgabenstellungen die beste Lösung. Vier L-förmige Baukörper und dazugehörige Höfe bilden einerseits jeweils einen eigenen Raum für überschaubare soziale Gruppen und fördern andererseits ein Gemeinschaftsgefühl aller Bewohner, da die Gebäudeteile untereinander verbunden sind. Die Bebauung berücksichtigt zudem die besondere topografische Situation: Um Höhenunterschiede zu überwinden, werden die Querriegel aufgeständert, wodurch gleichzeitig ein Aufenthaltsplatz entsteht, der auch bei schlechter Witterung genutzt werden kann. Die vier Höfe werden zur Nachbarschaft durch Flachbauten abgegrenzt, in denen die Zweiradstellplätze sowie Wertstoffhöfe untergebracht sind. Um die Wohneinheiten mit einem Maximum an Tageslicht zu versorgen, sind nahezu alle nach Osten bzw. Süden ausgerichtet. Dank durchdachter Wohngrundrisse werden auch auf kleinem Raum alle Ansprüche an modernes Wohnen erfüllt.

Der Bau des Wohnheims KaWo 3 hat im August 2015 begonnen und soll im Jahr 2017 fertiggestellt sein.